Casimirianum um 1640 als Lateinschule

Raum 2 (ehemals Herrenzimmer)

Stift und Stadt

Neustadts Wahrzeichen ist die Stiftskirche mit ihren Doppeltürmen. Die größte gotische Kirche der Pfalz ist Ruhestätte der Pfalzgrafen Rudolf II. (+ 1353) und Ruprecht I. (+ 1390). Der 64 Meter hohe Nordturm, 1489 vollendet, beherbergt die neue „Kaiserglocke“ von 1949. Die Grundsteinlegung des Stiftschores erfolgt 1368, die Chorweihe 1383. 1705 wird die Stiftskirche zur Simultankirche; die Katholiken erhalten den Chor, die Protestanten das Kirchenschiff – eine Aufteilung, die bis heute andauert. Das von Ruprecht I. 1356 gegründete Liebfrauenstift ist noch Jahrzehnte nach seiner Auflösung im Jahre 1561 der bestimmende Wirtschaftsfaktor im Neustadter Raum.

Ab 1578 dient das Neustadter „Casimirianum”, ein ehemaliges Augustinerinnen-Kloster, für fünf Jahre als Hochschule für Professoren und Studenten, die wegen ihres reformierten Glaubens aus dem lutherischen Heidelberg vertrieben worden sind.

Konfessionswechsel und Kriege prägen die pfälzische Geschichte im 16./ 17. Jahrhundert.